Projekte
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1. zur weiteren Unterstützung der Peace and Development Foundation
(siehe Artikel/PDF)
Peace and Developement Foundation - 384 KB - pdf. downloaden
2. zur Anschaffung von zwei ISSB-Makern (siehe Anhang/PDF)
ISSB Maker for Gulu Youth - 408 KB - pdf. downloaden
3. für Frachtkosten von Sachspenden (Werkzeuge zum Hausbau, Nähmaschinen etc.)
Peace and Developement Foundation

Die erst 30-jährige Beatrice Amony wird aufgrund ihres jungen Aussehens oft nicht ernst genommen, wobei sie doch die Kompetenz und Eloquenz einer Staatsfrau aufweist. Auf ihrer Vortrag- und Reise durch Deutschland, die sie bereits in Städte wie Tübingen, Freiburg, Karlsruhe und Koblenz führte, machte sie auch Halt in Berlin, um von der Arbeit der PEACE AND DEVELOPEMENT FOUNDATION zu berichten. Diese Organisation hat sich der Reintegration von ehemaligen Kindersoldaten der LRA „Lord’s Resistence Army“ verschrieben, den Kindern, die aus ihren Dörfern entführt, jahrelang als Wegwerfmenschen benutzt, als Kanonenfutter missbraucht, mit Drogen gefügig gemacht und zum Töten erzogen wurden.
Gleich am Anfang betonte Frau Amony, dass es sich nicht um einen Vortrag im üblichen Sinne handeln sollte, sondern einen Austausch von Ideen, um den Lösungen immer wiederkehrender Problemstellungen endlich näher zu kommen. Die Peace and Developement Foundation, die im nördlichen Uganda, sprich dem Gulu und Amuru District, tätig ist, geht es nicht so sehr darum, was mit den Kindern im Dschungel passiert ist, sondern darum, was man mit ihnen machen kann, wenn sie den Dschungel wieder verlassen haben. Das einjährige Reintegrationsprogramm gliedert sich in drei Phasen: In den ersten drei Monate des Kennenlernens wird alles unterstützt, das Spaß macht und die Jugendlichen zwischen 15-30 Jahren Vergessen lässt: Sport, Spiele, Tänze. Darüber hinaus werden sie psychologisch therapiert. Dabei ist es besonders schwierig, den Glauben an „Rebellenführer“ Joseph Konys spirituelle Macht aus den Köpfen zu vertreiben; viele halten sein Wort für Gottes Wort. Als Zweites folgt das umfangreiche Non-Violence-Training. Dabei wird vor allem herausgearbeitet, was Gewalt der Gemeinschaft antun kann. Durch Vermittler (Peermediators) zwischen den einzelnen Gruppen von Rückkehrern und auch den Gemeinden wird eine Versöhnung angestrebt (Reconciliation). Wenn die ehemaligen Kindersoldaten der Gewalt abgeschworen haben, sind sie bereit wieder in die Gemeinden aufgenommen zu werden. Sie werden in ihre Dörfer zurückgebracht. Die Rückkehrer erwarten verständlicherweise ein warmes Willkommen. Obwohl die Familien auf ihre Ankunft vorbereitet werden und es Vorgespräche gibt, tritt dies selten ein. Denn die Eltern sehen in den Jugendlichen oft nicht mehr die Kinder, die sie kannten und schließen sie aus. Deswegen werden Dorf für Dorf große traditionelle Versöhnungsrituale durchgeführt, die Barrieren brechen sollen. Die Hälfte der Rückkehrer sind Mädchen, die reihenweise vergewaltigt wurden und nicht selten vier, fünf Kinder von verschiedenen Vätern haben. Ihre Familien zwingen sie häufig, die Kinder zur Familie des Vaters zu geben. Aber die jungen Mütter kennen diese zumeist nicht und wissen sich keinen Rat. Darüber hinaus sind die fast alle HIV positiv. In der dritten Phase geht es konkret um Wiedereingliederung. Kinder, die zwischen zwei und 18 Jahren in der Gewalt der Rebellen waren, werden in den Dörfern wieder in den Schulbetrieb aufgenommen und nicht in die nächste Stadt oder auf Internat geschickt, da dies nur Neid heraufbeschwören würde. Wenn sie schon etwas ältern sind, wird ihnen ein Job vermittelt, sie werden handwerklich ausgebildet oder ihnen wird bei einer Geschäftsidee Starthilfe geleistet; mit einer Nähmaschine zum Beispiel. Mittlerweile kann man ihnen auch wieder Werkzeuge wie Hämmer bedenkenlos in die Hand geben.
Beatrice Amony ist stolz darauf, dass es ihrer Organisation bis jetzt gelungen ist, alle Rückkehrer, auch wenn sie von ihren Eltern abgewiesen wurden bei einen Verwandten oder Nachbarn unterzubringen. Auch nach Abschluss des zwölf monatigem Programms sind die jungen Erwachsenen jederzeit zum Consulting eingeladen. Von ca. 25 Tausend Kindersoldaten sind mittlerweile etwa 12 Tausend zurückgekehrt. Bis dato haben 1.200 von ihnen das Programm durchlaufen. 200 sind es im Moment. Mit geringem finanziellem Aufwand könnte das Programm noch umfangreicher gestaltet bzw. auf 18 Monate ausgedehnt werden. Es gibt Vorort genug ausgebildete Therapeuten, Friedensarbeiter und Handwerksmeister, nur fehlen Gelder um diese zu bezahlen.
Für Beatrice Amony gab es in Deutschland zwei Hauptprobleme: Public Awareness und Fundraising. Das Wissen der deutschen Durchschnittsbevölkerung vom Schicksal der ehemaligen Kindersoldaten ist dürftig und daher das Interesse zu spenden gering. In steter Suche nach Unterstützern führt Frau Amonys Europatrip weiter nach England und Schweden. Ihr persönlicher Albtraum wäre es, mit leeren Händen zurückzukehren und den Jugendlichen, die sich so viel von ihrer Reise versprochen haben, sagen zu müssen, dass niemand bereit ist, sie in ihrem neuen Leben zu unterstützen.
http://www.pdf-africa.org/







